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Webquest-Info:
Heinz Moser: Lernen mit WebQuests

«Schulen ans Netz» ist ein geflügeltes Wort, das im Bildungswesen Furore macht. Eine Schule muss heute ihren Internet-Anschluss haben, wenn sie «modern» sein will. Angesichts der laufenden Kosten für den Zugang und die Telefongebühren stellt sich dann aber gleich die Frage: Gibt es überhaupt interessante Anwendungen für den Schulunterricht? Zielloses Surfen oder Chatten allein sind jedenfalls kaum die richtigen Antworten gegenüber den Skeptikern. Für die gezielte Informationssuche und Begriffserklärung ersetzt das Internet meist ein gutes Lexikon nicht. Fazit: eine Internet-Euphorie ohne überzeugende didaktische Ideen wird sich in den Schulen bald tot laufen.

WebQuests

Die Partner des WebQuest-Forums sind dennoch davon überzeugt, dass das Internet in den Schulen einen sinnvollen Platz haben kann und für die Entwicklung der Medienkompetenz unserer Schüler/innen zunehmend wichtig wird. Wenn es um den didaktischen Mehrwert der Nutzung des Internets in den Schulen geht, dann kommt man schnell auf das Stichwort „WebQuest“. Bei diesem in den USA entwickelten didaktischen Konzept geht es um das aktive Erforschen von interessanten Fragestellungen, wobei die Arbeit in Gruppen erfolgt und auf authentischen Texten und Quellen beruht. Primär sind diese Quellen auf dem Internet zugänglich und werden dort abgerufen (allerdings kann man natürlich auch weiteres Material aus Büchern und Zeitschriften, eigene Fotos etc. benutzen).

WebQuests sind Lernarrangements für den Unterricht, die das selbständige und autonome Lernen fördern. Die Schüler und Schülerinnen sollen die Möglichkeit haben, sich mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Ziel soll es zudem sein, dass die Schüler und Schülerinnen die Ergebnisse ihrer Arbeit wieder auf dem Netz präsentieren, um andere zu informieren und diese zu eigenen ähnlichen Aktivitäten anregen. Die Nutzung des Web regt in diesem Sinne eine „Lernspirale“

Hintergrund

Die Überlegungen zur WebQuest-Methode sind durch die Konzepte des konstruktivistischen Lernens inspiriert worden. Danach ist beim Lehren nicht die Vermittlung bzw. Einführung eines vorgegebenen «objektiven» Zielzustandes das Wichtigste; vielmehr sollen die Schüler/innen angeregt werden, ihre Konstruktionen von Wirklichkeit zu hinterfragen, zu überprüfen, weiterzuentwickeln oder zu bestätigen (vgl. Werning 1998). Es geht also beiu WebQuests weniger darum, ein objektives Bild der Wirklichkeit lexikonhaft abzubilden. Wichtiger ist es, die Auseinandersetzung mit dem Thema zu dokumentieren und in eigenständiger und persönlicher Weise darzustellen. Schüler und Schülerinnen sollen dadurch veranlasst werden, die Informationen, welche ihnen auf ihren Lernwegen begegnen, in etwas anderes zu verwandeln: in ein vernetztes Ganzes, welches die verschiedenen Aspekte aufeinander bezieht, in einen Vergleich, in eine These, in eine Wissensdatenbank etc.
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Vorgehensweise

Aus diesem Grund werden für WebQuests (wie sie in der Grundform von Bernie Dodge von der San Diego Universität entwickelt wurden) folgende Schritte vorgeschlagen:

  1. Das Thema und sein Hintergrund sind auf anschauliche Weise einzuführen. Dies kann auch eine kleine Geschichte sein («Ihr seid mit der Zeitmaschine in die Zeit der Römer versetzt worden...»).
  2. Es ist eine darauf bezogene mach- und lösbare Aufgabenstellung zu formulieren, wobei nach unserer Meinung die Schüler und Schülerinnen in diesen Schritt möglichst einzubeziehen sind.
  3. Es ist eine Anzahl von Quellen anzugeben, welche helfen, die Aufgabe zu lösen. Dabei handelt es sich um Hinweise auf Web-Seiten oder weitere Datenquellen, die benutzt werden können.
  4. Die Lehrperson berät bei der Arbeit die Schüler und Schülerinnen und gibt Hinweise, wo diese nicht mehr weiter kommen.
  5. Die Resultate der Arbeit werden von den Schülerinnen und Schülern auf dem Internet publiziert. [nach oben]

Ein Beispiel zum Thema «Dinosaurier» könnte etwa wie folgt aussehen:

  1. Im Unterricht wird die Thematik der Dinosaurier behandelt. Daraus ergeben sich Fragen wie:
    - Welche verschiedenen Arten gab es damals, und wie ernährten sich diese?
    - Warum sind die Dinosaurier ausgestorben?
    - Wie werden die Dinosaurier heute ausgegraben?
  2. Aus diesen Themen werden konkrete Aufgabenstellungen formuliert. So wird zum Beispiel eine Gruppe erforschen, warum die Dinos ausgestorben sind und Gründe dafür aus dem Netz und aus der Literatur zusammentragen.
  3. Dazu stellt die Lehrperson eine Reihe von Links auf dem Netz zusammen, verweist auf zusätzliche Literatur und regt die Schüler z.B. an, sich über E-Mail an Experten (vom Sauriermuseum in Aathal) zu wenden.
  4. Jede Gruppe erstellt einen konkreten Arbeitsplan und erhält während der Arbeit vom Lehrer bzw. der Lehrerin die notwendige Beratung.
  5. Jede Gruppe stellt die Resultate ihrer Arbeit zusammen; daraus erarbeitet eine Redaktionsgruppe ein Internetangebot zum Thema «Dinosaurier».

Nicht alle Projekte müssen allerdings so aufwendig sein. Es gibt auch kleinere WebQuests, die sich auf eng begrenzte Fragestellungen beziehen, von den Lehrer/innen in der Aufgabenstellung klar vorstrukturiert sind und damit bereits interessante Ergebnisse erzielen. Eine Reihe von Beispielen finden Sie unter http://www.phzh.ch/web-quest/ [nach oben]
 

Webquest-Info: Heinz Moser - Lernen mit Webquests

Webquest-Lernprogramm

Theoretische Grundlagen

Grafik zeigt: Fotomontage Mädchen und Planet Erde.

Webquest-Beispiele aus einem Internetwettbewerb der Pädagogischen Hochschule Zürich